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Das Wichtigste in Kürze...
Haben Sie den Verdacht, dass jemand etwas Giftiges aufgenommen haben, sollten Sie auf jeden Fall Ruhig bleiben und versuchen, den Betroffenen zu beruhigen. Bei Vergiftungen ist für besonnenes Handeln immer genügend Zeit! Der Patiet sollte grundsätzlich nicht zum Erbrechen gebrachte werden, da hierdurch reizende Stoffe in die Atemwege gelangen können und dort eventuell zu ernsten Problemen führen. Einige Schluck Wasser oder Tee schaden hingegen nie. Abstand sollte allerdings von Milch oder Kochsalzlösung genommen werden.  Bei schweren Vergiftungen (die sehr selten sind) sollten Sie sofort den Rettungsdinest (112) rufen. Bei leichten Symptomen oder dem Verdacht auf eine Vergiftung langt es, die nächste Giftinformationszentrale oder den Hausarzt (ärztlicher Bereitschaftsdinest Tel. 116 117) anzurufen und sich dort Rat zu holen.

Vergiftungen
Gifte können nicht nur über Nahrungsmittel, Giftpflanzen oder Medikamente in den Körper gelangen, sondern zum Beispiel auch über die Lunge in Form von giftigem Rauch oder Gas eingeatmet werden. Bei bestimmten Chemikalien und Giftpflanzen langt oft häufig eine Berührung, damit ein Mensch sich vergiften kann. Auch der übermäßige Konsum von Alkohol oder Drogen kann schnell zu Vergiftungssymptomen führen. Der schweizer Arzt und Gelehrte Paracelsus soll einmal gesagt haben: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei." So können einige Stoffe - wie zum Beispiel der Alkohol - in geringen Mengen durchaus harmlos sein, ein zu großer Konsum kann aber auch zu einer "Überdosis" werden. Bei bewusstlosen Personen können leere Flaschen oder Medikamentenverpackungen, Alkoholgeruch aber auch Reste von Nahrungsmitteln, Pflanzen oder Pilzen ein Hinweis auf eine Vergiftung sein.

Vergiftungen können folgende Symtome auslösen
  • Übelkeit
  • Plötzliches Erbrechen
  • Krampartige Bauchschmerzen
  • Durchfälle
  • Verwirrtheit
  • Schwindelgefühle
  • Bewusstlosigkeit
  • Krampfanfälle
  • Müdigkeit
  • Herzrythmusstörungen
  • Atemstörungen
  • Hautausschläge
Da das aufgenommene Gift sich über das Blut im gesamten Körper verteilt, kann es ganz unterschiedliche Symptome und Beschwerden hervorrufen. Wird eine giftige Substanz geschluckt, führt dies häufig zu Übelkeit, starkem Erbrechen, krampfartigen Bauchschmerzen und Durchfällen. Gifte, die direkt ins Blut injiziert werden (wie zum Beispiel Drogen) gelangen schnell direkt ins Gehrin und können so Verwirrtheit, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit auftreten. Giftige Gase, Rauch und Lösungsmittel können bereits in der Lunge zu schweren Atemstörungen führen.

Rettungsdienst oder "Giftnotruf"?
Bei starken und akuten Vergiftungserscheinungen sollte immer zunächst der Rettungsdienst unter der Nummer 112 alarmiert werden. Allerdings sind wirklich lebensbedrohliche Vergiftungen eher selten. Da es in der Aufregung für Helfer aber oft schwierig ist, eine genaue Diagnose zu stellen, sind die Giftinformationszentralen (z. B. 0551 19240) eine gute Anlaufstelle. Hier können sowohl Laien als auch medizinisches Fachpersonal rund um Uhr telefonische Hilfe erhalten. Die Mitarbeiter der Giftinformationszentralen sind wirklich sehr hilfsbereit und können auf die meisten Fragen schnell und kompetent Antwort geben. Um bei einer Giftinformationszentrale anzurufen, muss nicht unbedingt ein Notfall vorliegen. Auch besorgte Eltern können dort vorsorglich anrufen und sich Tipps und Ratschläge im Umgang mit giftigen Pflanzen holen. Aus diesem Grund ist die offizielle Bezeichnung auch nicht mehr "Giftnotruf", da es sich nicht um einen Notfall handeln muss, um dort anzurufen. Wenn Sie glauben, jemand ist in Kontakt mit einer giftigen Substanz gekommen, dürfen Sie ohne schlechtes Gewissen bei einer Giftinformationszentrale anrufen - dies kann nicht oft genug erwähnt werden! Die Nummer und kann auch aus dem Ausland erreicht werden und sollte darum in jedem Handy gespeichert werden. Um bestmöglichst helfen zu können, sind für die Mitarbeiter der Vergiftungszentralen folgende Informationen wichtig:
  • Menge des Giftes (z.B. eine halbe Flasche, 2 Tabletten)
  • Art des Giftes (z.B. Beschreibung der Pflanze, Name des Spülmittels)
  • Symptome (z.B. Erbrechen, Atemstörungen)
  • Zeitpunkt des Kontaktes
  • Bei Kindern: Gewicht und Alter

Erste Hilfe bei Vergiftungen
Neben dem Anruf bei einer Giftinformationszentrale können auch eine ganze Reihe von eigenen Maßnahmen durchgeführt werden. Damit sollte aber niemals vorschnell und ohne eine kurze Überlegung über die Art der Vergiftung begonnen werden. Ist Erbrechen bei akuten Vergiftungen wie zum Beispiel durch Pflanzen sinnvoll, kann die gleiche Maßnahme bei Vorheriger Einnahme von ätzenden Stoffen den Zustand des Patienten deutlich verschlimmern.

Erbrechen?
Bei Verdacht auf eine vergiftung sollten Sie nicht grundsätzlich Erbrechen herbeiführen. Erbrechen eignet sich nur bei der oralen Einnahme von stark giftigen Substanzen, wenn diese noch nicht zu weit zurückliegt. Bevor Sie versuchen, Erbrechen auszulösen, kontakktieren Sie bitte eine Giftinformationszentrale. Wird dort empfohlen, den Patienten zum Erbrechen zu bringen, kann dies durch vorsichtige Berührung der Rachenhinterwand geschehen. Je voller der Magen, umso einfacher wird der Brechreiz ausgelöst. Darum kann es sinnvoll sein, dem Patienten vorher etwas Wasser zu trinken zu geben. Bei Kindern sollten Sie auf keinen Fall Salzwasser zum Erbrechen verwenden, da das Schlucken einer konzentrierten Salzlösung für kleine Kinder tödlich sein kann.
Herstellen einer Kohlelösung
Kohle bei Vergiftungen
So aufbewahrt hat man im Notfall alles griffbereit: medizinische Kohle, Cola und die Nummer der Giftinformationszentrale.
Kohle bei Vergiftungen
1. Füllen Sie die medizinische Kohle (z.B. Kohle-Pulvis) in ein Glas.
Kohle bei Vergiftungen
2. Mischen Sie Cola, Wasser oder Tee hinzu (man spricht hier auch von "aufschlämmen").
Kohle bei Vergiftungen
3. Rühren Sie die Kohle solange unter, bis sich das Pulver aufgelöst hat.
Kohle bei Vergiftungen
Sogenannte "Entschäumer" wie Lefax oder Sab Simplex können bei Vergiftungen durch Spülmittel hilfreich sein.
Vergiftungen durch Spülmittel
Besonders bei Kinder können Spülmaschinentabs zu schweren Vergiftungen führen. Darum sollten diese immer außerhalb der Reichweite von Kinderhänden aufbewahrt werden.
Vergiftungen durch Spülmittel
Es gibt eine ganze Reihe von Substanzen, bei denen Erbrechen die Situation eher noch verschlimmern kann. Hierzu gehören insbesondere ätzende Stoffe. Der Magen kann Säuren relativ gut vertragen, anders sieht es aber mit dem Mundraum oder der Speiseröhre aus. Bei Kontakt mit Säuren können dort starke Schädigungen entstehen. Auch Lampenöl darf nicht erbrochen werden, da dieses auf keinen Fall in die Lunge gelangen kann. Insbesondere für Kinder gehören Lampenöle (Paraffinöle) tatsächlich zu den giftigsten Substanzen überhaupt!
Bei der Einnahme von Spül- oder Waschmitteln, entsteht im Magen häufig ein Seifenschaum (ganz ähnlich dem, den man im Waschbecken sehen kann). Dieser Schaum kann beim Erbrechen in die Luftröhre gelangen und dort ernste Atemprobleme verursachen. Daher sollten auch bei Vergiftungen durch Waschmittel kein Erbrechen herbeigeführt werden. Nicht nur Kinder können sich an Spülmitteln vergiften, häufig kommt dies auch bei alten und verwirrten Menschen vor. Bei Bewusstlosen darf natürlich auf keinen Fall versucht werden, diese zum Erbrechen zu bringen!

Nachtrinken oder verdünnen?
Bei ätzenden Flüssigkeiten kann es sinnvoll sein, die Kontzentration im Magen zu verdünnen, indem man den Patienen Wasser, Tee oder leichte Säfte zu trinken gibt. Häufig hört man auch den Ratschlag, bei Vergiftungen Milch zu geben. Theoretisch ist das auch sinnvoll, da Milch die Fähigkeit besitzt, Säuren und Laugen zu binden, allerdings gerinnt die Milch im Magen und setzt sich in den Magenfalten fest was in manchen Fällen dazu führen kann, dass die Giftaufnahme sogar noch beschleunigt wird. Aus diesem Grund wird heutzutage generell davon abgeraten, Milch bei Vergiftungen einzusetzen.

Vorbeugen
  • Medikamente stets außerreichweite von Kindern lagern.
  • Arzeimittel für Kinder und Erwachsene an unterschiedlichen Orten aufbewahren.

Erste Hilfe
  • Kein Erbrechen herbeiführen
  • Rat einer Giftinformationszentrale oder eines Arztes einholen
  • Medikamentenpackungen aufbewahren und zum Arzt mitnehmen
  • Bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage herstellen
  • Bei Atemstillstand mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen








Vergiftungen durch Spülmittel
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